Was macht man mit The Work?

The Work von Byron Katie ist eine sehr einfache Methode um Glaubenssätze zu hinterfragen. Das wissen die meisten Menschen die schon mal von The Work gehört haben schon. Doch was sind eigentlich Glaubenssätze? Ganz lapidar gesagt sind Glaubenssätze tief sitzende Überzeugungen, die du glaubst. Die sich für dich anfühlen, als wären sie ein Naturgesetz und in Stein gemeißelt. Die du NIEMALS in Frage stellen würdest – und genau deshalb könntest du es mal tun. 😉 Mit The Work kann man also Glaubenssätze auflösen. Es ist eine Methode. Die einfachste, wenn du mich fragst. Und die allerbeste. Und die alltagstauglichste.

Und es ist noch so viel mehr als das. Für mich ist The Work eine Grundhaltung. Für mich hat The Work mein Leben verändert. Wenn du The Work verinnerlichst, dich wirklich in der Tiefe damit beschäftigst, dann wird es zu deiner inneren Haltung. Dann bist du frei. Frei von Stress. Frei von allen Gedanken, die anfangen mit „Ich sollte..“, „Ich muss…“ „Du solltest“ oder „Sie sollten…“.

Du löst damit nicht einfach nur Glaubenssätze auf, du hinterfragst deine Gedanken. Denn eine meiner größten Erkenntnisse war: meine Gedanken sind nicht einfach nur meine Gedanken! In den meisten Fällen sind sie beurteilend, abwertend, vergleichend und handeln von der Vergangenheit oder der Zukunft, was mich vom Hier und Jetzt fernhält. Und genau deswegen lohnt es sich, sie zu hinterfragen.

Vielleicht fragst du dich jetzt, welche Gedanken du hinterfragen kannst? Die Antwort ist einfach: Alle. Alle Gedanken, die dich stressen oder die sich schwer anfühlen. Alle Gedanken, die zu Konflikten führen. Zu Konflikten in deinem inneren oder Konflikten im außen mit anderen. Alle Gedanken, die dich etwas tun lassen, was du eigentlich nicht tun willst. Und ganz generell alle Gedanken, die mit der Vergangenheit oder der Zukunft zu tun haben.

Schon immer habe ich starre Strukturen und (in meinen Augen) unnütze Regeln gerne hinterfragt. Früher ohne Konzept und regelmäßig so, dass es meine Umwelt wahnsinnig gemacht hat. „Das macht man so.“ War der Satz, mit dem meine innere Revolte grundsätzlich anfing. „Warum?“ „Wer ist man?“ und „Hat das auch schon mal jemand anders versucht?“ Als ich das erste Mal auf The Work gestoßen bin war mir sofort klar, dass ist genau die Methode für das, was ich intuitiv schon so viele Jahre mache. Nur alltagstauglicher – noch so viel einfacher – und mit so genialen Fragen. Und das beste: selbstreflektiert. Noch nie wurde mir deutlicher klar, dass die Welt im Aussen nur der Spiegel meiner inneren Welt ist.

Als ich 2019 anfing zu worken war meine Glaubenssatzliste scheinbar endlos. Ich kaufte mir sogar extra ein Buch um all meine stressigen Gedanken aufzuschreiben – und nahm mir vor, sie nach und nach zu worken. Meine „ich muss..“ und „ich sollte..“ Liste war gigantisch lang. Die Arbeitsblätter über meine Nächsten wollten nicht aufhören. Und heute? Bin ich in der Lage alles sehr zeitnah zu hinterfragen. Und ich liebe es.

 

The Work ist ein fester Bestandteil meines Lebens geworden!

Immer häufiger tauchen die Fragen von The Work schon direkt in stressigen Situationen in meinem Alltag auf und sorgen so für eine deutlich schnellere Ent-Spannung (ja, das ist bewusst so geschrieben). Immer häufiger schaffe ich es, mich ganz bewusst aus für mich stressigen Situationen rauszunehmen und erstmal meine Gedanken dazu aufzuschreiben.

Das mache ich meist per Journaling. Ich stelle mir den Timer auf 5 Minuten und schreibe einfach darauf los. Alles was mich gerade stresst, aufregt, nervt kommt aufs Papier. Papier ist geduldig und ich kann es anschließend wegwerfen ohne das es weitere Konsequenzen hat. 😉 Da ich das so häufig nutze, habe ich auch dafür ein eigenens Gedankenbuch. Und dann suche ich mir den für mich schwersten oder stressigsten Gedanken raus. Oder auch mal den, von dem ich denke „also das brauche ich nicht hinterfragen, das stimmt ja auf jeden Fall“. 😉 Und dann nutze ich das Arbeitsblatt „Untersuche eine Überzeugung“ oder die The Work App um meine Gedanken zu hinterfragen.

Mein Chef sollte klarer kommunizieren. Ist das wahr?

Mein Mann hätte sich darum kümmern sollen! Kannst du mit absoluter Sicherheit wissen, das das wahr ist? Das das das beste für alle Beteiligten gewesen wäre?

Wie reagiere ich, wenn ich den Gedanken glaube „Meine Kinder freuen sich viel mehr auf Oma und Opa als auf mich.“? Wie behandle ich meine Kinder dann? Und wie mich? Wie Oma und Opa? Wozu bin ich dann nicht mehr in der Lage?

Wer wäre ich ohne den Gedanken? Was genau würde ich dann anders machen? Genau jetzt? Welche Möglichkeiten tun sich dann plötzlich auf?

Und stimmen die Umkehrungen vielleicht auch? Vielleicht sogar noch mehr als mein Ursprungsgedanke?

Ich sollte klarer kommunizieren. Mein Mann hätte sich nicht darum kümmern sollen. Ich freue mich viel mehr auf Oma und Opa als auf meine Kinder. Da muss man schon mal tiefer gehen. Nachspüren. Sich wirklich öffnen. Und offen dafür sein, die eigenen bisherigen Begrenzungen zu verlassen. Neudenglisch: „thinking out of the Box“.

Wenn man das aber schafft – und meiner Erfahrung nach ist das eine Sache von Übung – dann wartet auf der anderen Seite die Freiheit. Dann kehrt so viel Ruhe ein. Dir wird klar, dass du nichts sicher weißt. Das du für deine Angelegenheiten selbst verantwortlich bist. Dich um dein Glück, um deine Bedürfniserfüllung selbst kümmern darfst. Manchmal passiert das ganz plötzlich und manchmal ist es ein eher schleichender Prozess. Und dann stellst du irgendwann fest, dass dich eine Situation, die dich früher immer getriggert hat auf einmal gelassen meistern kannst. Ich liebe diese Freiheit.

Und wenn es mal nicht so einfach geht, und du wirklich ganz fest davon überzeugt bist, dass das Problem ganz einfach der oder die Andere ist. Dann nimm dir die Zeit für die folgende Übung. Setze dich hin mit einem Blatt Papier oder lade dir dieses Arbeitsblatt herunter oder fülle es online aus und mache die folgende Übung:

 

„Urteile über deinen Nächsten“

Konzentriere dich auf eine Situation und lass alles einfach mal raus. Halte dich nicht zurück. Ich weiß, dass das am Anfang erstmal ungewohnt ist. Aber es lohnt sich. Und sei ehrlich – du denkst die Sachen ja sowieso. Auch wenn das Arbeitsblatt über deine Eltern geht, deinen Partner, deine beste Freundin oder dein Kind. Auch wenn dein Ego dazwischen funken will „Ja, aber das ist ja nicht immer so.“ Das ist klar – und es geht hier nur um diese eine Situation.

Du hast du Gedanken sowieso, mache dir das immer wieder bewusst. Und wenn du sie nicht hinterfragst – und dafür musst du sie dir im ersten Schritt erstmal bewusst machen – also zum Beispiel auf Papier bringen – dann wirst du sie auch weiter denken. Dann werden die Gedankenkreisel immer tiefer, die Gedanken penetranter und der Stress immer größer. Wir alle kennen das. Wenn du dir deiner Gedanken jedoch bewusst wirst, sie aufschreibst und dann hinterfragst – dann bist du sie in den meisten Fällen los. Sie sind einfach weg. Oder sie kommen mal wieder und du schmunzelst darüber. Das habe ich mal geglaubt?

 

Den Gedanken in die Tiefe folgen

Manchmal habe ich den Wunsch, meinen Gedanken in die Tiefe zu folgen. Dann möchte ich wissen, warum mich das jetzt so triggert. Eine Möglichkeit dass zu tun ist deine Gedanken zu hinterfragen. Zum Beispiel mit der Frage: „Und das bedeutet?“

Als ich diese Übung das erste Mal gemacht habe, mich das erste Mal getraut habe, den (Irr-)Wegen meiner Gedanken zu folgen, da hatte ich das Gefühl, ich bin ihnen bis zum Kern gefolgt. Er hat mich ignoriert. Und das bedeutet? Es bedeutet, dass er mich nicht wertschätzt. Das er mich nicht respektiert. Das ich keine Priorität für ihn habe. Es bedeutet, dass er mich nicht liebt. Dass ich ihm weniger bedeute als er mir. Dass ich ihm nicht wichtig bin.

Auch auf diese Antworten lohnt es sich zu hinterfragen, was bedeutet das denn für mich? Es bedeutet, dass ich einen gravierenden Fehler gemacht habe. Und was bedeutet das für mich? Warum stresst mich das so? Es bedeutet, dass ich unvorsichtig bin. Dass ich unverantwortlich bin. Dass ich dumm bin. Dass ich mir nichts zutrauen kann. Und wenn du damit dann weiterarbeitest, diese Sätze workst – JEDEN EINZELNEN DAVON – dann passiert etwas magisches.

Dann wirst du feststellen, dass die Sätze alle nicht wahr sind. Das ihre Umkehrungen auch stimmen. Und das es deswegen all das eben NICHT bedeutet. Du stellst fest, dass es lediglich bedeutet, dass du denkst.

Mehr nicht. Aber auch nicht weniger. Und das du nicht glauben musst was du da so denkst. Das es sogar besser für dich ist, wenn du das ab jetzt nicht mehr glaubst. Weil du dann frei bist. Frei darin, dir deine Bedürfnisse selbst zu erfüllen, frei darin, dein Leben zu leben.

 

Was ich liebe? Die Gedanken sind frei!

Zurück also zum Ursprung meines Artikels. Warum liebe ich The Work? Ich liebe The Work, weil es mich frei gemacht hat. Weil es meine Gedanken befreit und vor allem ent-spannt hat. Ich liebe es, was The Work aus mir gemacht hat. Diese innere Haltung, die ich tief in mich aufgesogen habe „Ich weiß, dass ich nichts weiß.“.

Und am allermeisten liebe ich diese eine Erkenntnis, die ich im Sommer 2019 im vtw (Verband für The Work) The Work Summercamp hatte: JETZT in genau DIESEM Moment ist alles vollkommen. Es ist genau so, wie es eben gerade ist. Und genau im HIER und JETZT geht es mir gut, wenn ich meine Gedanken hinterfragt habe. Wenn mein Geist zur Ruhe gekommen ist. Dann ist das allerschlimmste, was mir jetzt in diesem Moment passieren kann: ein nicht hinterfragter Gedanke.

Und was für ein Glück, dass ich diesen Gedanken jederzeit hinterfragen kann.

Wenn du jetzt eine Anleitung für The Work suchst und Lust das, dass auch mal auszuprobieren findest du alles was du dafür brauchst hier: https://thework.com/sites/de/

Wenn du dir ein paar Beispiele anschauen magst, empfehle ich dir einige meiner älteren Blogartikel, z. B. diesen: https://www.wunderworkcoaching.de/mein-kind-will-nicht-an-die-frische-luft/ oder diesen: https://www.wunderworkcoaching.de/er-sollte-das-doch-endlich-verstehen/ oder diesen: https://www.wunderworkcoaching.de/mein-kind-sollte-nicht-so-viel-zeit-vor-dem-tablet-verbringen/.

Wenn du dir Inspirationen lieber anhörst empfehle ich dir meinen Podcast „Wunder mit The Work“ (gibt es überall, wo es Podcasts gibt).  Auf YouTube kannst du dir die meisten Folgen und Interviews auch anschauen.

 

Noch Zweifel?

Du denkst du kannst The Work nicht machen? Du glaubst, The Work ist nichts für dich? Lust das zu hinterfragen? 😉

 
The Work in Progress

 

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Herzensgrüße ♥
Nicole